Das Brennen von Ton

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Da nicht alle Zugang zu einem elektrischen Keramikbrennofen haben, werden auf dieser Seite zwei Brenntechniken aufgezeigt, mit welchen sich keramische Objekte mit relativ einfachen Mitteln brennen lassen.

 

Wieso Keramik gebrannt wird

Das Material Ton wird erst durch den Brand, also durch Hitzeeinwirkung haltbar und brauchbar. Dieser Vorgang kann erst dann durchgeführt werden, wenn kein Wasser mehr in dem zu brennenden Objekt ist, dieses also knochentrocken ist. (Trocknungsprozess und Schwindung

Beim Brennen von keramischen Objekten gibt es grundsätzlich zwei Durchgänge, während deren grundlegende Umwandlungsprozesse ablaufen. Der erste Durchgang – der Rohbrand macht aus einem rohen, zerbrechlichen und fragilen Objekt einen harten und wasserbeständigen Scherben. Ist der Ton einmal gebrannt, lässt er sich auch durch Wasserzugabe nicht mehr aus seiner Form bringen. 

Bei einem solchen Brennvorgang gibt es mehrere Phasen. Zuerst wird in der Schmauchphase das restliche Wasser langsam verdunstet. Dieser Vorgang muss durch langsames Aufheizen erfolgen, damit der Scherben nicht platzt. Bei ca. 350 °C wird das chemisch gebundene Wasser im Ton, das sogenannte Kristallwasser ausgetrieben. Bei ca. 500 °C Brenntemperatur ist gar kein Wasser mehr im Ton, ab diesem Zeitpunkt lässt er sich nicht mehr aufweichen und verliert seine plastische Eigenschaft. In der Ausbrennphase zerfallen durch Oxidation alle organischen Substanzen , Carbonate und Sulfide. Diese Prozesse sind erst bei ca. 900 °C abgeschlossen. Damit der Kohlenstoff in der Tonmasse oxidieren kann, muss im Brennraum genügend Sauerstoff vorhanden sein. Beim Quarzsprung wandeln sich die Quarzteile in der Tonmasse um, die Kristallanordnung verändert sich.

In der letzten Phase der Verglasung sind die Brenntemperaturen oberhalb der Rotglut. Dabei wird das Tonobjekt wasserdicht und bildet glasartige Wände. Der Ton wird hart, ist nicht mehr verformbar und schwindet. Die Brenntemparaturen für diesen Prozess hängen stark von der Art des Tones ab.

 

Ist der Ton roh gebrannt, nennt man ihr Scherben. Dieser Scherben kann nun mit Glasur überzogen und ein zweites Mal mit höheren Temperaturen gebrannt werden, damit er vollständig wasserundurchlässig wird.

 

Der Büchsenbrand ist eine einfache Technik, um keramische Objekte mit Holzkohle und einer Metallbüchse zu brennen.

Im Büchseninneren werden Temperaturen von 600 bis 900 Grad Celsius erreicht - somit lassen sich kleinere Objekte oder Gefässe gut brennen.

Der Büchsenbrand

 

Beim Rakubrand werden mit Glasur beschichtete keramische Objekte in einem Ofen während kurzer Zeit auf ca. 1000° C aufgeheizt. Diese werden dann in glühendem Zustand mit einer Zange aus dem Ofen geholt. Durch den enormen Temperaturschock entstehen in der Glasurschicht Risse: der typische Craquelé-Effekt. Nach ca. 30 Sekunden, werden die Objekte mit Sägemehl zugedeckt. Auf der heissen Oberfläche des Objektes verbrennt das Sägemehl und es entsteht Rauch. Dieser setzt sich dann in den Glasurrissen ab. Dadurch wird das Craquelé sichtbar. Die unglasierten Stellen des Gegenstandes werden durch den Rauch schwarz gefärbt. Nach ungefähr einer halben Stunde kann das Objekt aus dem Sägemehl ausgegraben werden. Mit Stahlwatte wird die Russschicht auf der Glasur entfernt und zum Vorschein kommt die typisch craquelierte Glasuroberfläche des Rakuobjektes.

Quellehttp://www.stefanjakob.ch/arbeit/raku.php?lang=DE

Raku